Ein Kranich in kobaltblauer Weste balanciert einen blauen ovalen Saphir auf der Flügelspitze neben einem Steinsockel

Geburtsstein im September

  • Saphir
  • Lapislazuliim Handel verbreitet

Der Geburtsstein im September ist der blaue Saphir; im deutschsprachigen Handel wird oft der tiefblaue Lapislazuli als Alternative genannt.

Seit 1912 gehört der Saphir zum September, und das Blau verbindet ihn mit der klaren Luft der ersten Herbsttage. Als dunklere, undurchsichtige Alternative nennen deutschsprachige Juweliere den Lapislazuli, wie es auch die britische Liste tut. Der Stein hat auf den Listen schon eine kleine Wanderung hinter sich: In der amerikanischen Fassung von 1912 war er noch die Alternative für den Dezember, und auf der japanischen Liste gehört er bis heute zum Dezember. Hart und weich stehen hier nebeneinander: Der Saphir erreicht auf der Mohsskala 9, der Lapislazuli nur 5–6.

Traditionell steht der Saphir für Aufrichtigkeit, Wahrheit, Treue und Adel. Geistliche des Mittelalters trugen ihn als Sinnbild des Himmels, und er ist der Stein zum fünften und 45. Hochzeitstag. Der Lapislazuli war in Mesopotamien, Ägypten, China, Griechenland und Rom mit Königtum und Heiligem verbunden. Maler der Renaissance kannten ihn als Ausgangsstoff für Ultramarin, das kostbarste Blau ihrer Palette. So stehen im September zwei Blautöne mit ganz unterschiedlicher Geschichte nebeneinander.

Die Steine dieses Monats

Saphir

Mohshärte: 9

Saphir ist ein Korund, wie der Rubin, und erreicht die Mohshärte 9. Bekannt ist er in Blau, es gibt ihn aber auch in Rosa, Gelb, Orange, Violett und farblos. Wichtige Vorkommen liegen in Sri Lanka, Myanmar, Madagaskar, Australien, Thailand, Kambodscha und im US-Bundesstaat Montana; Kaschmir war eine berühmte historische Quelle.

Lapislazuliim Handel verbreitet

Mohshärte: 5–6

Lapislazuli ist kein einzelnes Mineral, sondern ein Gestein aus Lasurit, Calcit und Pyrit. Seine Farbe reicht von Tiefblau über Violettblau bis Grünblau. Mit einer Mohshärte von 5–6 ist er deutlich weicher als der Saphir. Die Hauptquellen sind Afghanistan, Chile und Russland; kleinere Vorkommen gibt es in Angola, Kanada, den USA und Pakistan.

Pflege

Saphir verträgt warmes Seifenwasser immer, Ultraschall und Dampf meist auch, solange er unbehandelt oder nur erhitzt ist. Steine mit gefüllten Rissen oder Färbung wischst du nur mit einem feuchten Tuch ab. Lapislazuli reinigst du mit warmem Seifenwasser, probierst es aber zuerst an einer unauffälligen Stelle, weil manche Färbungen nicht stabil sind. Aceton und Alkohol können Farbe lösen, und Wachsversiegelungen leiden unter Hitze und Lösungsmitteln.

Andere Listen

Es gibt keine verbindliche deutsche Liste. Die Hauptsteine stammen von Jewelers of America (1912, ergänzt 1952, 2002 und 2016); die als „im Handel verbreitet“ markierten Steine sind im deutschsprachigen Handel übliche Alternativen und entsprechen weitgehend der älteren britischen NAG-Liste.

Im deutschsprachigen HandelUS-Liste (Jewelers of America)Britische ListeJapanische Liste (2021)
Saphir(Lapislazuli)SaphirSaphir(Lapislazuli)SaphirKunzit

Häufige Fragen

Gibt es Saphire auch in anderen Farben als Blau?

Ja. Saphir ist Korund, und den gibt es auch in Rosa, Gelb, Orange, Violett oder farblos. Nur die rote Varietät heißt nicht Saphir, sondern Rubin.

Taugt Lapislazuli für einen Alltagsring?

Nur mit Einschränkungen. Mit der Mohshärte 5–6 zerkratzt er leichter als der Saphir mit 9, und Färbungen oder Wachsversiegelungen reagieren auf Lösungsmittel. Für Anhänger oder Ohrringe ist er unkomplizierter.

Geburtssteine sind ein Schmuck- und Kulturbrauch, ihre Bedeutungen sind Überlieferung. Die Angaben zu den Edelsteinen stützen sich auf öffentlich zugängliche Informationen von GIA, American Gem Society und Jewelers of America; die ältere Liste stammt aus Meyers Großem Konversations-Lexikon (1908).