Der Dezember hat drei Geburtssteine in Blautönen: Türkis, Tansanit und Zirkon; im deutschsprachigen Handel kommt häufig der Blautopas dazu.
1912 gehörte der Dezember dem Türkis, mit dem Lapislazuli als Alternative. 1952 kam der Zirkon hinzu, und 2002 folgte der Tansanit; Jewelers of America spricht ausdrücklich vom blauen Zirkon. Deutschsprachige Seiten nennen meist weiterhin den Türkis zuerst und ergänzen den Blautopas, der auch auf der britischen Liste als Alternative steht; dort ist allerdings der Tansanit der Hauptstein. So ergibt sich ein Monat ganz in Blau, von Himmelblau bis Violettblau.
Der Türkis wird seit dem alten Ägypten geschätzt. In der europäischen Tradition bedeutete ein Türkisring so viel wie „Vergissmeinnicht“, in Tibet gilt der Stein als Kostbarkeit. Der Tansanit hat keine alte Überlieferung: Er wurde 1962 bestimmt, nach seinem einzigen Herkunftsland benannt und 1968 von Tiffany & Co. eingeführt. Der Zirkon soll nach mittelalterlicher Vorstellung tiefen Schlaf gebracht haben, er gehört zu den neun Steinen des hinduistischen Navaratna, und blauer Topas ist traditionell der Stein zum vierten Hochzeitstag.
Die Steine dieses Monats
Türkis
Mohshärte: 5–6
Türkis ist ein wasserhaltiges Kupfer-Aluminium-Phosphat in Himmelblau, Grünblau oder Grün. Mit einer Mohshärte von 5–6 ist er relativ weich, außerdem porös, weshalb viele Steine stabilisiert werden. Die bekanntesten Vorkommen liegen in China, im Iran und in den US-Bundesstaaten Arizona und Nevada. Wegen seiner Porosität reagiert er empfindlich auf Kosmetik und Hautfett.
Tansanit
Mohshärte: 6–7
Tansanit ist eine blaue bis violette Varietät des Minerals Zoisit. Seine Mohshärte liegt bei 6–7, er nutzt sich aber leicht ab und kann bei raschen Temperaturwechseln springen. Weltweit gibt es nur eine Quelle, die Merelani-Hügel in Tansania. Deshalb eignet er sich eher für Ohrringe und Anhänger als für Ringe, die täglich getragen werden.
Zirkon
Mohshärte: 6–7.5
Zirkon ist ein natürliches Mineral und nicht mit dem synthetischen Zirkonia zu verwechseln. Er kommt blau, farblos, rot, orange, gelb, braun und grün vor; für den Dezember ist vor allem der blaue Zirkon gemeint. Seine Mohshärte beträgt 6–7,5. Wichtige Vorkommen liegen in Sri Lanka, Australien, Myanmar, Vietnam und Kambodscha.
Blautopasim Handel verbreitet
Mohshärte: 8
Blautopas ist ein Topas, dessen blaue Farbe meist durch eine Behandlung entsteht. Mit der Mohshärte 8 ist er härter als die drei anderen Dezembersteine, aber wenig zäh, sodass Stöße und Temperaturschocks ihm schaden können. Topas wird unter anderem in Brasilien, Pakistan, Russland, Namibia, Nigeria, Madagaskar, Mexiko, Myanmar, Sri Lanka und den USA gefunden.
Pflege
Türkis ist porös und oft stabilisiert. Halte ihn fern von Hitze, Säuren, Kosmetik und Hautfett und reinige ihn nur mit warmem Seifenwasser, nie mit Dampf oder Ultraschall. Für Tansanit und Zirkon gilt Ähnliches: weiche Bürste, milde Seife, kein Ultraschall, kein Dampf. Manche erhitzten Zirkone können nach langer, heller Beleuchtung zu ihrer alten Farbe zurückkehren. Blautopas reinigst du ebenfalls nur mit warmem Seifenwasser und schützt ihn vor Stößen.
Andere Listen
Es gibt keine verbindliche deutsche Liste. Die Hauptsteine stammen von Jewelers of America (1912, ergänzt 1952, 2002 und 2016); die als „im Handel verbreitet“ markierten Steine sind im deutschsprachigen Handel übliche Alternativen und entsprechen weitgehend der älteren britischen NAG-Liste.
Im deutschsprachigen Handel
US-Liste (Jewelers of America)
Britische Liste
Japanische Liste (2021)
TürkisTansanitZirkon(Blautopas)
TürkisTansanitZirkon
Tansanit(Topas)
TürkisLapislazuliTansanitZirkon
Häufige Fragen
Welcher Dezemberstein ist der eigentliche?
Auf der Liste von Jewelers of America sind Türkis, Tansanit und blauer Zirkon gleichrangig. Der Türkis ist der älteste Dezemberstein, der Blautopas eine im deutschsprachigen Handel verbreitete Ergänzung.
Ist Zirkon dasselbe wie Zirkonia?
Nein. Zirkon ist ein natürliches Mineral, Zirkonia dagegen ein synthetisch hergestelltes Material. Die ähnlichen Namen führen oft zu Verwechslungen, die Steine haben aber nichts miteinander zu tun.
Geburtssteine sind ein Schmuck- und Kulturbrauch, ihre Bedeutungen sind Überlieferung. Die Angaben zu den Edelsteinen stützen sich auf öffentlich zugängliche Informationen von GIA, American Gem Society und Jewelers of America; die ältere Liste stammt aus Meyers Großem Konversations-Lexikon (1908).