Im August gibt es zwei Geburtssteine, den gelbgrünen Peridot und den vielfarbigen Spinell; dazu kommt der gebänderte Sardonyx als Alternative.
Der August hat die bewegteste Geschichte aller Monate. 1912 war der Sardonyx sein Hauptstein und der Peridot nur die Alternative. Inzwischen steht der Peridot vorn, und 2016 ergänzten Jewelers of America und die American Gem Trade Association den Spinell. Die American Gem Society nennt den Sardonyx weiterhin den ursprünglichen Augustgeburtsstein. Auf deutschsprachigen Seiten taucht der Spinell selten als Hauptstein auf, der Sardonyx dagegen häufig, so wie auf einer älteren britischen Liste. Unter den Fundorten des Sardonyx steht übrigens auch Deutschland.
Der Name Peridot wird auf das arabische faridat, „Edelstein“, zurückgeführt; jahrhundertelang galt er als Talisman gegen böse Geister und die „Schrecken der Nacht“. Spinell kommt vom lateinischen spina, „Dorn“. Berühmte rote Spinelle wie der „Rubin des Schwarzen Prinzen“ in der britischen Krone wurden lange für Rubine gehalten. Der Sardonyx war bei den Römern für Siegel und Kameen beliebt, und römische Soldaten trugen Sardonyxringe mit eingraviertem Mars.
Die Steine dieses Monats
Peridot
Mohshärte: 6.5–7
Peridot ist die Edelsteinvarietät des Olivins und zeigt ein gelbliches Grün bis grünliches Gelb. Seine Mohshärte liegt bei 6,5–7, und er reagiert empfindlich auf Temperaturschocks und Säuren. Abgebaut wird er in China, Myanmar, Pakistan, Tansania, Vietnam und den USA; die historische Quelle war die ägyptische Insel Zabargad im Roten Meer.
Spinell
Mohshärte: 8
Spinell ist ein eigenständiges Mineral, das in Rot, Rosa, Orange, Purpur, Violett und Blau vorkommt. Mit der Mohshärte 8 ist er robust und für den Alltag gut geeignet. Wichtige Vorkommen liegen in Tadschikistan, Myanmar, Sri Lanka, Vietnam, Tansania und Pakistan. Weil rote Spinelle Rubinen so ähnlich sehen, wurden sie über Jahrhunderte mit ihnen verwechselt.
Sardonyxim Handel verbreitet
Mohshärte: 6.5–7
Sardonyx ist ein gebänderter Chalcedon, in dem rotbraune Lagen aus Sarder mit weißen oder schwarzen Lagen aus Onyx wechseln. Die Mohshärte beträgt 6,5–7. Er stammt aus Indien, Brasilien, Deutschland, Tschechien, Madagaskar, Uruguay und den USA. Schon die Römer schnitten Siegel und Kameen aus ihm, und die Schichtung ist bis heute sein auffälligstes Merkmal.
Pflege
Peridot verträgt weder Dampf noch Ultraschall, weil er bei schnellen Temperaturwechseln und unter Säuren Schaden nehmen kann. Milde Seife und eine weiche Bürste reichen, und er sollte getrennt von härteren Steinen liegen. Spinell ist unempfindlich: Seifenwasser geht immer, Ultraschall und Dampf auch, solange der Stein keine Risse hat; große Hitze kann manche Farben verblassen lassen. Sardonyx ist oft gefärbt, deshalb gilt bei Ultraschall und Dampf Vorsicht.
Andere Listen
Es gibt keine verbindliche deutsche Liste. Die Hauptsteine stammen von Jewelers of America (1912, ergänzt 1952, 2002 und 2016); die als „im Handel verbreitet“ markierten Steine sind im deutschsprachigen Handel übliche Alternativen und entsprechen weitgehend der älteren britischen NAG-Liste.
Im deutschsprachigen Handel
US-Liste (Jewelers of America)
Britische Liste
Japanische Liste (2021)
PeridotSpinell(Sardonyx)
PeridotSpinell(Sardonyx)
Peridot(Spinell)
PeridotSardonyxSpinell
Häufige Fragen
Warum hat der August gleich drei Steine?
Der Sardonyx war 1912 der Hauptstein, später rückte der Peridot nach vorn, und 2016 kam der Spinell dazu. Jewelers of America nennt heute Peridot und Spinell; der Sardonyx bleibt bei der American Gem Society und im deutschsprachigen Handel als Alternative erhalten.
Was unterscheidet Sardonyx von Onyx?
Beide sind Chalcedon. Onyx ist schwarz oder schwarz-weiß gebändert, im Sardonyx kommen zusätzlich rotbraune Lagen aus Sarder hinzu.
Geburtssteine sind ein Schmuck- und Kulturbrauch, ihre Bedeutungen sind Überlieferung. Die Angaben zu den Edelsteinen stützen sich auf öffentlich zugängliche Informationen von GIA, American Gem Society und Jewelers of America; die ältere Liste stammt aus Meyers Großem Konversations-Lexikon (1908).