Sympathie-Test: Was sagt er darüber, wer dich mag?
Redaktion von Type of You9 Min. Lesezeit

Das Wichtigste
- Ein Sympathie-Test erfasst, wie du deine eigenen Gewohnheiten einschätzt.
- In den beschriebenen Studien unterschätzten Menschen im Durchschnitt, wie sehr ihr Gegenüber sie nach einem Gespräch mochte.
- Wie stark dominantes Verhalten die Sympathiebewertung von Frauen beeinträchtigt, fällt je nach Untersuchung unterschiedlich aus.
- Die fünf Seiten des Tests bilden den eigenen Rahmen von Type of You und sind kein Modell aus den zitierten Studien.
Ein Sympathie-Test erfasst, wie du deine eigenen Gewohnheiten einschätzt; sein Ergebnis beschreibt dein Selbstbild und verrät dir nicht, was eine bestimmte Person von dir hält.
„Mögen die mich?“ Die Frage taucht leicht nach dem ersten Mittagessen mit dem neuen Team in Köln auf, nach einem Lesekreis in Leipzig oder nach einem kurzen Gespräch mit der Nachbarschaft nach dem Umzug. Die hier besprochenen Forschungsarbeiten haben solche Einschätzungen mit Messungen untersucht. Ihre Antworten sind konkreter als ein einzelner Testwert. Der Artikel stellt keine Diagnose und ordnet Menschen nicht nach ihrem Wert.
Ein Sympathie-Test beschreibt deine Selbsteinschätzung
Ein Sympathie-Test ist ein Fragebogen zur Selbstauskunft: Jede Antwort beschreibt das eigene Verhalten oder Empfinden, und aus diesen Angaben entsteht das Ergebnis. Der Wert fasst also zusammen, wie du dich selbst siehst. Eine Bewertung durch die Menschen, mit denen du dich unterhältst, enthält er nicht.
Kenny und DePaulo (1993) besprachen acht Studien mit insgesamt 569 Personen zur sogenannten Meta-Genauigkeit. Gemeint ist, wie gut Menschen wissen, wie andere sie sehen. Die Autoren argumentierten, dass Menschen solche Einschätzungen aus ihrer eigenen Selbstwahrnehmung ableiten, statt aus dem Feedback, das sie erhalten. Außerdem wussten die untersuchten Personen eher, wie andere sie im Allgemeinen sahen, als wie eine bestimmte Person sie ganz individuell beurteilte. Nach unserer Lesart hält ein selbst ausgefüllter Sympathiefragebogen deshalb zunächst das Selbstbild fest. Seine Aussage über die Sicht anderer ist entsprechend begrenzt.
Auch manche kommerziellen Testseiten vergeben anhand kurzer Fragebögen einen Wert für Beliebtheit. Der Sympathie-Test von Type of You arbeitet ebenfalls mit deinen Antworten: Er enthält 30 Fragen zu Alltagssituationen und zur Selbsteinschätzung, dauert ungefähr sechs Minuten und ist kostenlos. Die Testseite bezeichnet ihn als Werkzeug zur Selbstreflexion. Genau in diesem Sinn verstehen wir sein Ergebnis.
Die fünf Seiten: Herzlichkeit, Zuhören, Gute Laune, Verlässlichkeit und Bescheidenheit
Die fünf Seiten des Tests sind der eigene Rahmen von Type of You. Die hier zitierten Studien haben nicht nachgewiesen, dass Sympathie genau aus diesen fünf Bestandteilen besteht. Wir nutzen diese Einteilung, um Verhaltensweisen in Gruppen zu ordnen, zu denen ein Fragebogen Auskunft sammeln kann.

Herzlichkeit beschreibt in unserer redaktionellen Erklärung, wie du anderen Interesse und Freundlichkeit zeigst. Zuhören meint die Aufmerksamkeit für das, was dein Gegenüber sagt. Gute Laune bezeichnet die Stimmung, die jemand in ein Gespräch mitbringt. Verlässlichkeit betrifft das Einhalten von Zusagen. Bescheidenheit beschreibt den Umgang mit eigenen Fehlern oder mit Lob. Die Namen stammen aus dem deutschen Test; diese kurzen Erläuterungen sind unsere eigenen Formulierungen.
Zusätzlich zu den fünf Einzelwerten enthält der Bericht einen Sympathie-Wert und eine Stufe im Vergleich mit simulierten typischen Antwortmustern. Die Stufen beruhen nicht auf einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe. Der erste Eindruck fasst Herzlichkeit, Zuhören und Gute Laune zusammen; die Langzeitwirkung Verlässlichkeit und Bescheidenheit. Der Bericht stellt beide Werte gegenüber und enthält eine Sympathie-Challenge über sieben Tage. Alle diese Ergebnisse beruhen auf Selbstauskünften. Die Einschränkung gilt bei hohen wie bei niedrigen Werten gleichermaßen: Sie zeigen, wie du dein eigenes Verhalten einschätzt.
Die Sympathielücke: Neue Bekanntschaften mögen uns oft mehr als vermutet
In den hier beschriebenen Studien unterschätzten Menschen nach dem Kennenlernen im Durchschnitt, wie sehr ihr Gegenüber sie mochte. Dieses Muster heißt Sympathielücke; auch der englische Ausdruck Liking Gap wird dafür verwendet. Gemeint ist eine Differenz zwischen Einschätzungen nach einer Begegnung, kein Sympathiewert aus einem Persönlichkeitstest.
Boothby und Kollegen (2018) beschrieben das Muster in einer Arbeit mit fünf Studien. Nach Gesprächen unterschätzten Menschen systematisch, wie sehr das Gegenüber sie mochte und die gemeinsame Zeit genossen hatte. Das zeigte sich bei Fremden, die sich im Labor kennenlernten, bei Erstsemesterstudierenden, die ihre Wohnheimmitbewohnenden kennenlernten, und bei zuvor einander unbekannten Menschen aus der allgemeinen Bevölkerung in einem Workshop zur persönlichen Entwicklung. Die Lücke trat bei unterschiedlich langen Gesprächen auf. In der Wohnheimstudie blieb sie über mehrere Monate bestehen und war beim letzten Messzeitpunkt statistisch nicht mehr nachweisbar.

Sprecher (2025) bündelte zwölf Studien zum Kennenlernen mit 1.835 Personen an einer großen öffentlichen Universität im Mittleren Westen der USA. Die Teilnehmenden waren überwiegend Frauen (83,0 %) und im Durchschnitt 19,82 Jahre alt. Auf einer Skala mit sieben Stufen bewerteten sie ihre eigene Sympathie für das Gegenüber im Mittel mit 5,26. Wie sehr das Gegenüber sie ihrer Einschätzung nach mochte, bewerteten sie mit 4,71. Diese wahrgenommene Sympathielücke hatte eine Effektstärke von d = 0,70. Ein zweiter Vergleich stellte die vermutete Sympathie des Gegenübers dessen tatsächlich berichteter Sympathie gegenüber; hier betrug die Effektstärke d = 0,42. Sprecher hielt fest, dass die absolute Lücke auf der siebenstufigen Skala nur ungefähr einen halben Punkt ausmachte.
Die Daten von Sprecher stammen von Studierenden in Laboruntersuchungen. Die Autorin weist darauf hin, dass die Lücke im Alltag sowie bei anderen Altersgruppen und in anderen kulturellen Gruppen größer oder kleiner ausfallen könnte. Mastroianni und Kollegen (2021) berichteten das Muster auch für kleine Gruppen und für Ingenieurteams, die gemeinsam an einem Projekt arbeiteten. Weitere Hinweise deuteten darauf hin, dass die Lücke in Beziehungen unter Gleichgestellten am größten war.
| Untersuchung | Teilnehmende | Situation | Befund |
|---|---|---|---|
| Boothby und Kollegen, 2018 | Fremde, Erstsemester im Wohnheim, Workshopteilnehmende | Laborgespräch, Wohnheim, Workshop zur persönlichen Entwicklung | Sympathie unterschätzt; unter Wohnheimmitbewohnenden über Monate |
| Sprecher, 2025 | 1.835 Studierende; 83,0 % Frauen | Zwölf Studien an einer Universität im Mittleren Westen der USA | Vermutet: 4,71; eigene Sympathie: 5,26; siebenstufige Skala; d = 0,70 |
Nach unserer Lesart geben diese Ergebnisse begrenzten Anlass zur Beruhigung: In diesen Stichproben lag die vermutete Sympathie unter der Sympathie, die das Gegenüber selbst berichtete. Sie ersetzen trotzdem keine Auskunft darüber, wie ein bestimmtes Gespräch tatsächlich ankam.
Gemocht werden und als populär gelten sind verschiedene Dinge
Die Forschung unterscheidet persönliche Sympathie von dem Ruf, populär zu sein. Cillessen und Rose (2005) beschrieben in ihrer Forschungsübersicht zwei Gruppen von Jugendlichen mit hohem sozialem Status. Die einen wurden von Gleichaltrigen tatsächlich gern gemocht und verhielten sich überwiegend prosozial. Die anderen galten als populär, ohne unbedingt gemocht zu werden. Sie waren bekannt, standen im Mittelpunkt ihres sozialen Umfelds und wurden nachgeahmt. Ihr Verhalten verband prosoziale, aggressive und manipulative Züge. Diese Arbeit bezieht sich auf junge Menschen, nicht auf erwachsene Freundschaften oder Arbeitsbeziehungen.

Eine andere Forschungsrichtung untersucht, anhand welcher Eigenschaften Menschen einander beurteilen. Fiske, Cuddy und Glick (2007) beschrieben in ihrer Übersicht Wärme und Kompetenz als zwei universelle Dimensionen sozialer Wahrnehmung. Als warm und kompetent wahrgenommene Menschen lösten demnach positive Gefühle und Verhaltensweisen aus. Die Seite Herzlichkeit in unserem Test trägt im englischen Inhaltspaket denselben Begriff, warmth, wie die Dimension Wärme in dieser Arbeit. Unsere Liste mit fünf Seiten wurde aber nicht aus diesem Forschungsmodell abgeleitet.
Freundlichkeit und das Bedürfnis, anderen zu gefallen, sind ein eigenes Thema. Der Artikel über People Pleaser behandelt diesen Bereich ausführlicher.
Wenn Sympathie und Kompetenz zusammentreffen, unterscheiden sich die Befunde
Wie viel Sympathie Frauen für dominantes Verhalten oder beruflichen Erfolg verlieren, fällt in den besprochenen Arbeiten unterschiedlich aus. Auch die Untersuchungsdesigns unterscheiden sich. Ein Experiment mit einer schriftlichen Personenbeschreibung beantwortet eine andere Frage als eine Zusammenfassung vieler Studien zur Bewertung dominanten Verhaltens.
Heilman und Okimoto (2007) führten drei Experimente mit Studierenden durch (N = 75, 96 und 46). Die Teilnehmenden lasen schriftliche Angaben zu einer fiktiven Führungskraft. Eine in einer als typisch männlich beschriebenen Führungsposition erfolgreiche Frau wurde weniger sympathisch bewertet als ein Mann mit derselben beruflichen Vorgeschichte, wenn die Beschreibung keine gemeinschaftsorientierten Eigenschaften erkennen ließ. Enthielt sie eindeutige Hinweise auf solche Eigenschaften, auch über die Rolle als Mutter, fielen negative Bewertungen geringer aus. Die Studien erfassten Sympathie, zwischenmenschliche Feindseligkeit und den Wunsch, diese Person als vorgesetzte Führungskraft zu haben; die Effekte unterschieden sich je nach Maß und Experiment. Die Autoren benannten Grenzen: Die Informationen waren schriftlich, die Studierenden nahmen die Rolle von Untergebenen ein. Die Befunde müssten in echten Arbeitsumgebungen und mit Berufstätigen geprüft werden.
Rudman und Glick (2001) ließen Studierende der Rutgers University in einem Experiment Einstellungsentscheidungen für eine männlich oder weiblich geprägte Führungsposition treffen. Bei der weiblich geprägten Position wurde eine selbstbewusst und durchsetzungsstark auftretende Frau bei der Einstellung benachteiligt, weil sie als zu wenig freundlich galt. Die Autoren verknüpften dies mit impliziten Stereotypen über Durchsetzungsfähigkeit und Gemeinschaftsorientierung. Eine Bewerberin, die beide Merkmalsgruppen verband, wurde dagegen nicht benachteiligt. Die Untersuchung beschreibt damit Bewertungen in diesem experimentellen Kontext, keine allgemeine Eigenschaft von Frauen.
Williams und Tiedens (2016) fassten Studien zur Bewertung dominanten Verhaltens zusammen, darunter auch Arbeiten, die nicht ausdrücklich Geschlecht behandelten. Im Vergleich mit Männern schadete dominantes Verhalten der Sympathiebewertung von Frauen stärker; der Gesamteffekt war klein (d = −0,19, k = 63). Bei ausdrücklicher Dominanz, etwa einer direkten Forderung, lag d bei −0,28. Bei impliziten Formen wie Blickkontakt betrug d = 0,03. Der Effekt auf die Einschätzung der Eignung für eine Einstellung war größer (d = −0,58, k = 20). Bei der zugeschriebenen Kompetenz unterschied sich der Effekt dominanten Verhaltens nicht zwischen Männern und Frauen (d = 0,02, k = 31).
| Aspekt | Heilman und Okimoto, 2007 | Williams und Tiedens, 2016 |
|---|---|---|
| Design | Drei Experimente | Metaanalyse zur Bewertung dominanten Verhaltens |
| Grundlage | Studierende lasen Angaben zu fiktiven Führungskräften | Zusammengefasste Studien zur Bewertung dominanten Verhaltens |
| Sympathiebewertung von Frauen | In einer als typisch männlich beschriebenen Position ohne gemeinschaftsorientierte Hinweise niedriger; mit solchen Hinweisen weniger negativ | Gesamteffekt klein: d = −0,19; ausdrückliche Dominanz: −0,28; implizite Dominanz: 0,03 |
| Grenzen | Schriftliche Szenarien; Prüfung in echten Arbeitsumgebungen nötig | Enthält auch Arbeiten, die Geschlecht nicht ausdrücklich behandelten |
Die beiden Arbeiten messen unterschiedliche Dinge. Die eine prüft einen vorgeschlagenen Mechanismus in schriftlichen Szenarien, die andere bündelt Effektstärken aus mehreren Untersuchungen. Heilman und Okimoto fanden Nachteile für erfolgreiche Frauen in einer als typisch männlich beschriebenen Position, abhängig von der zusätzlichen Information. Williams und Tiedens untersuchten die Bewertung dominanten Verhaltens, nicht beruflichen Erfolg an sich. Nach unserer Einschätzung erlauben diese Befunde keine pauschale Vorhersage für jede erfolgreiche Frau: Ausmaß und Bedingungen der Nachteile hängen vom untersuchten Kontext und Verhalten ab.
Wie weit die Forschungsaussagen reichen
Die besprochenen Befunde gelten zunächst für die jeweils untersuchten Gruppen. Zu den Stichproben der Sympathielücke gehören Fremde im Labor, Wohnheimmitbewohnende, Workshopteilnehmende und die zusammengefassten Gruppen von Studierenden. Bei Heilman und Okimoto lasen Studierende schriftliche Beschreibungen. Ergebnisse aus diesen Gruppen beschreiben diese Gruppen; sie bilden nicht automatisch jede Begegnung in deinem Alltag ab.

Die Übersicht von Kenny und DePaulo betrifft das Wissen darüber, wie andere einen sehen. Ein Fragebogen, der ausschließlich deine eigenen Antworten sammelt, misst dieses Wissen nicht. Dafür fehlen ihm die Einschätzungen der anderen Personen, mit denen deine Vermutungen verglichen werden könnten.
Sprecher beschrieb die Lücke im gebündelten Datensatz als ungefähr einen halben Punkt auf einer siebenstufigen Skala. Williams und Tiedens berichteten einen kleinen Gesamteffekt auf die Sympathiebewertung. Solche Werte sind durchschnittliche Unterschiede. Ein Mittelwert erzählt noch nicht, wie ein bestimmtes Gespräch verlief, was gesagt wurde oder wie dein Gegenüber diesen Moment erlebte.
Die hier besprochenen Arbeiten liefern keine Validierung des Sympathie-Tests von Type of You. Seine Punktzahl entsteht ausschließlich aus deinen Antworten; sie wurde in diesen Arbeiten nicht mit Fremdbewertungen derselben Person abgeglichen. Der Fragebogen kann einen Anlass zur Selbstreflexion geben. Seine Punktzahl beantwortet die Frage „Mag diese Person mich?“ nicht.
Sieben Tage Gesprächsnotizen: Erwartungen und Beobachtungen
Ein Gesprächsprotokoll über sieben Tage stellt die eigene Erwartung neben das, was tatsächlich passiert ist. Damit ist keine wissenschaftlich belegte Veränderung der Sympathie verbunden. Es ist eine Möglichkeit, eine Woche festzuhalten, ohne aus jeder Begegnung sofort ein Urteil über sich selbst zu machen.
Der Bericht zu unserem Sympathie-Test enthält eine eigene Sympathie-Challenge über sieben Tage. Die hier beschriebene Variante ist eine davon unabhängige redaktionelle Übung. Sie ist weder ein Bestandteil der zitierten Studien noch ein getestetes Verfahren zur Verbesserung von Sympathiewerten.
Das Protokoll beginnt am ersten Tag mit einer Vermutung: Wie sehr werde ich in den Gesprächen dieser Woche wohl gemocht, auf einer Skala von eins bis sieben? Die täglichen Abendnotizen bestehen aus zwei Zeilen. Die erste hält eine Begegnung fest, etwa das Gespräch mit der neuen Nachbarschaft oder den Moment nach dem Lesekreis. Die zweite beschreibt, was das Gegenüber getan hat, zum Beispiel eine Rückfrage gestellt oder noch eine Weile weitergeredet. Am siebten Tag stehen die Notizen neben der anfänglichen Vermutung und machen beide vergleichbar.

Diese Übung bleibt ein Protokoll einer einzelnen Woche. Für diese redaktionelle Variante liegt hier kein Wirksamkeitsnachweis vor, und die zitierten Arbeiten zeigen nicht, dass sie verändert, wie sehr andere einen Menschen mögen. Ein Gespräch, das nicht gut lief, ist dann eine Zeile in diesen Notizen. Es reicht nicht für ein Urteil über die ganze Person.
Mach den Test
Häufige Fragen
Bin ich sympathisch?
Ein Fragebogenwert kann das nicht beantworten. Er erfasst, wie du dein Verhalten einschätzt. Kenny und DePaulo (1993) besprachen acht Studien mit 569 Personen und argumentierten, dass Menschen das Urteil anderer aus ihrem Selbstbild ableiten. In Studien zum ersten Kennenlernen unterschätzten Menschen im Durchschnitt, wie sehr ihr Gegenüber sie mochte. Daraus lässt sich aber kein Urteil einer bestimmten Person über dich ablesen.
Was ist die Sympathielücke?
Die Sympathielücke, auch Liking Gap, bezeichnet die Unterschätzung dessen, wie sehr das Gegenüber dich nach einem Gespräch mag und deine Gesellschaft genießt (Boothby und Kollegen, 2018). Untersucht wurden unter anderem Fremde im Labor, Wohnheimmitbewohnende und Workshopteilnehmende. Sprecher (2025) bündelte Daten von 1.835 US-amerikanischen Studierenden. Dort betrug die durchschnittliche Lücke etwa einen halben Punkt auf einer Skala mit sieben Stufen.
Ist sympathisch sein dasselbe wie beliebt sein?
Die Forschung zu Jugendlichen unterscheidet beides. Cillessen und Rose (2005) beschrieben zwei Gruppen mit hohem sozialem Status: Jugendliche, die tatsächlich gern gemocht wurden, und Jugendliche, die als populär galten, ohne unbedingt gemocht zu werden. Bekanntheit und eine zentrale Stellung im sozialen Umfeld sind damit etwas anderes als persönliche Zuneigung. Diese Befunde lassen sich nicht direkt auf erwachsene Freundschaften oder das Arbeitsleben übertragen.
Wie wirkt man sofort sympathisch?
Die hier besprochenen Arbeiten liefern keine belegte Sofortformel oder einheitliche Merkmalsliste. Fiske, Cuddy und Glick (2007) beschrieben Wärme und Kompetenz als zwei Dimensionen, nach denen Menschen einander beurteilen. Unser Test unterscheidet Herzlichkeit, Zuhören, Gute Laune, Verlässlichkeit und Bescheidenheit. Diese fünf Seiten sind der eigene Rahmen von Type of You. Sie stammen nicht als gemeinsames Modell aus den besprochenen Forschungsarbeiten.
Quellen
- The Liking Gap in Conversations: Do People Like Us More Than We Think? · Psychological Science, 29(11), 1742-1756 (Boothby, Cooney, Sandstrom & Clark) · 2018 · doi.org
- Liking gap(s) in getting-acquainted interactions · The Journal of Social Psychology (Sprecher; online 2025, 166(5), 650-655: 2026) · 2025 · doi.org
- The subtle suspension of backlash: A meta-analysis of penalties for women’s implicit and explicit dominance behavior. · Psychological Bulletin, 142(2), 165-197 (Williams & Tiedens) · 2016 · doi.org
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- The liking gap in groups and teams · Organizational Behavior and Human Decision Processes, 162, 109-122 (Mastroianni, Cooney, Boothby & Reece) · 2021 · doi.org
- Do people know how others view them? An empirical and theoretical account · Psychological Bulletin, 114(1), 145-161 (Kenny & DePaulo) · 1993 · doi.org
- Understanding Popularity in the Peer System · Current Directions in Psychological Science, 14(2), 102-105 (Cillessen & Rose) · 2005 · doi.org
- Universal dimensions of social cognition: warmth and competence · Trends in Cognitive Sciences, 11(2), 77-83 (Fiske, Cuddy & Glick) · 2007 · doi.org
- Why are women penalized for success at male tasks?: The implied communality deficit. · Journal of Applied Psychology, 92(1), 81-92 (Heilman & Okimoto) · 2007 · doi.org
- Prescriptive Gender Stereotypes and Backlash Toward Agentic Women · Journal of Social Issues, 57(4), 743-762 (Rudman & Glick) · 2001 · doi.org
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